MÄCHTE - AUTORENMAGAZIN FÜR MEDIEN, KUNST UND POP

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MÄCHTE Nummer 2: Götter
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MÄCHTE Nummer 2

Wir können nie wissen, wo Ideen und Gedanken auf uns lauern. Wir Menschen. In dieser Unberechenbarkeit liegt – wenn man so will – das göttliche Element des Denkens.

Große Momente fallen uns unvermittelt zu. Blitze – von Zeus geworfen. Wen sie treffen, der kann zu arbeiten beginnen. Genau das taten die Autoren dieser Ausgabe über Götter und Göttliches.

Alles wie gewohnt in hartem Schwarz-Weiß. Bunt kann ja jeder.

 
Populäre Sphären Denken
 
Peter Demetrius berichtet von der Entweihung des gerade erst errichteten Feuilletontempels für Harald Schmidt durch „Schmidt & Pocher“. In einem weiteren Text macht er es den verbliebenen Madonna-Fans schwer, wenn er den mittlerweile dominanten Wahrhaftigkeitskomplex des Superstars analysiert.

Peter J. Bräunlein veranschaulicht für uns, wie die weltweite Schwemme an Geisterfiktionen der letzten Jahre einen besonderen Glauben an populäres Wissen prozessiert. Ulf Heuner favorisiert quasigöttliche Allmacht als einzige Lösung in einer Welt voller Missgeschicke.

Verändern
 
Die Veränderung der Gesellschaft beginnt dort, wo wir beginnen, an sie zu glauben. So sieht es Lars Distelhorst im Rekurs auf Yann Martels „Schiffbruch mit Tiger“. Zu viel Veränderung hat die Generation der heute 30- bis 35-jährigen Russen hinter sich, von deren Glaubensvakuum Daria Wilke erzählt.

Christian Kupke erläutert, warum wir von unseren Philosophen keine Anleitung zur Veränderung der Gesellschaft zu erwarten haben, sondern nur Wiederholungen, die sie auch noch vergöttern. Hubertus Ahlers wiederum schreibt darüber, was es bedeutet heute Christ zu sein: nämlich sich mit Lust und Laune zu verwandeln.

Gebieten
 
Wir zeigen Dylan Mortimers Hinweisschilder, die den Umgang mit Religion zu regeln scheinen, eigentlich jedoch vom vielleicht letzten Kampf zwischen Verschwendungsgott und Effizienzgott künden. Ingo Reuter knüpft an Charlotte Roches Roman „Feuchtgebiete“ an und führt uns ins Reich der gebieterischen Cromarganmenschen-Imago. Und Kris Krois hinterfragt den Imperativ der Imagebildung in unseren Tagen.

Sehen
 
Anhand über hundert Jahre alter Fotos von Edward S. Curtis denkt Susann Becker darüber nach, was eine wichtige Heilungszeremonie der Navajo mit uns zu tun haben könnte. Die Navajo-Gottheiten auf den Fotos von Edward S. Curtis, die Beckers Nachdenken initiierten zeigen wir natürlich auch – eine gleich auf dem Cover.

Auch von Zeitgenossen haben wir Sehenswertes im Heft: Die Aufnahmen von Marc Peschke laden im besten Wortsinne zum Schwarz-sehen ein.
Kathrin Isberner verteidigt die Filme von M. Night Shyamalan ob ihrer Glaubensstärke. Stephan May spürt den Dimensionen göttlichen Lichts in der analogen Fotografie nach – ausgehend von den Pflanzenbildern Karl Blossfeldts.

In einem weiteren Essay erinnert Stephan May mit Unterstützung von Jean Baudrillard daran, dass Graffiti keine Street Art sind. Schließlich stellt er uns noch die Unterschiede der Fanatismusbilder in „Submission“, „The Matrix“ und „La Passion de Jeanne d’Arc“ dar.

(Er-)Finden
 
Wir werden in dieser Ausgabe fiktiv: In ihrer Kurzgeschichte „Fannys Traum“ demonstriert oder demontiert (Entscheiden Sie selbst!) Katrin Deibert den Traum ihrer Figur Fanny. Und wir werden lyrischer: Mit ihrem Gedicht „In Sesseln“ gibt Elisabeth Kreis eine zeitgemäße Antwort auf kein geringeres Werk als „Hyperions Schiksaalslied“ von Friedrich Hölderlin.
Die Götterausgabe fällt im Übrigen mit dem Beginn unseres für Ihre Kunst gedachten Ausleihpseudonyms Mächtild zusammen. In einem fulminanten Interview erläutert uns Mächtild 1 ihr Welt- und Kunstbild – darin enthalten: die Freiheit der Kunst als göttliches Geschenk, der feige Künstler, Blutkunstwerke und die Stockhausenfalle.

Ach ja, schon allein der Essay von Christoph Joseph Ahlers lohnt die Anschaffung. Denn er verrät uns, was „Göttlicher Sex“ ist. Und wer will das nicht wissen …

 
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